Bericht: Stripe und Advent bieten mehr als 53 Milliarden Dollar für PayPal

Bericht: Stripe und Advent bieten mehr als 53 Milliarden Dollar für PayPal

Stripe und Advent International haben laut einem Bericht von Reuters ein gemeinsames Übernahmeangebot für PayPal Holdings abgegeben. Demnach bieten die beiden Unternehmen 60,50 Dollar je Aktie und bewerten PayPal damit mit mehr als 53 Milliarden Dollar. Reuters beruft sich auf mit den vertraulichen Gesprächen vertraute Personen.

Nach dem Bericht wird das Angebot von zugesagten Bankfinanzierungen in Höhe von rund 50 Milliarden Dollar gestützt. Gegenüber dem Schlusskurs der PayPal-Aktie vom 14. Juli 2026 entspricht das einem Aufschlag von etwa 28 Prozent.

Reuters zufolge reichten Stripe und Advent den Vorschlag Anfang Juli ein, nachdem es bereits im April einen ersten Vorstoß gegeben hatte. Eine Antwort von PayPal habe es bislang nicht gegeben. Die Interessenten wollten die Gespräche in den kommenden Wochen voranbringen.

Die geplante Struktur sieht dem Bericht zufolge vor, dass Stripe und Advent PayPal gemeinsam übernehmen und jeweils die Hälfte halten. Eine Aufspaltung der Geschäfte nach der Übernahme sei derzeit nicht vorgesehen.

Ob es tatsächlich zu einer Transaktion kommt, ist offen. Advent lehnte eine Stellungnahme ab. PayPal und Stripe reagierten dem Bericht zufolge zunächst nicht auf Anfragen.

Eine Übernahme würde zwei große Namen im digitalen Zahlungsverkehr zusammenbringen. Stripe ist vor allem als Anbieter von Zahlungsabwicklung und Finanzinfrastruktur für Online-Unternehmen bekannt. PayPal betreibt eine globale Zahlungsplattform mit seinem Checkout-Geschäft, Venmo, Händlerdiensten und Krypto-Angeboten.

PayPal gehörte seit den späten 1990er Jahren zu den frühen großen Plattformen für digitale Zahlungen. In den vergangenen Jahren geriet das Unternehmen jedoch stärker unter Druck. Neben klassischen Finanzinstituten machen auch Fintechs, mobile Wallets sowie Dienste wie Apple Pay und Google Pay dem Konzern Konkurrenz.

Während der Pandemie profitierte PayPal stark vom Boom im Online-Handel. Die Marktkapitalisierung stieg 2021 zeitweise auf rund 360 Milliarden Dollar. Seitdem ist die Bewertung deutlich gefallen, weil das Transaktionswachstum nachließ und der Wettbewerb zunahm.

2026 fiel der Börsenwert laut Bericht zeitweise auf etwa 36 Milliarden Dollar. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate verlor die Aktie demnach mehr als 40 Prozent an Wert.

Im März 2026 übernahm Enrique Lores die Führung von PayPal und startete einen umfassenden Umbau. Ziel ist es, das Unternehmen zu vereinfachen, die operative Umsetzung zu verbessern und wieder Wachstum zu erreichen.

Im April gliederte PayPal sein Geschäft in drei zentrale Bereiche. Diese decken Checkout, Verbraucherfinanzdienste, Venmo sowie Zahlungs- und Kryptodienste ab. Hinzu kamen mehrere Änderungen im Management, um die Verantwortung in den wichtigsten Geschäftsbereichen klarer zu ordnen.

Ein Deal im Wert von mehr als 53 Milliarden Dollar wäre eine der größten Übernahmen im Finanztechnologie-Sektor und zugleich eine bedeutende Transaktion zum Rückzug von der Börse. Das große Finanzierungspaket deutet zudem auf erhebliches Vertrauen der kreditgebenden Banken hin, trotz der jüngsten operativen und marktbedingten Probleme bei PayPal.

Für Stripe wäre ein Kauf von PayPal strategisch bedeutsam. Das Unternehmen war bisher vor allem im Geschäft mit Zahlungsinfrastruktur, Abrechnung, Bankdiensten und Finanzsoftware für Unternehmen aktiv. Mit PayPal bekäme Stripe Zugang zu einer weltweit bekannten Verbrauchermarke, zu einer großen Basis von Händlern und Nutzern, zu Venmo und zu etablierten globalen Zahlungsnetzwerken.

Advent bringt umfangreiche Erfahrung mit Investitionen in Finanzdienstleistungen, Zahlungsverkehr, Software und Technologie mit. Die Beteiligungsgesellschaft könnte Kapital und operative Unterstützung liefern, um PayPal abseits der Börse neu auszurichten.

Die berichtete Struktur mit gleichen Anteilen deutet darauf hin, dass Stripe und Advent PayPal gemeinsam weiterentwickeln wollen, statt die wichtigsten Geschäftsbereiche voneinander zu trennen. Sollte PayPal in Verhandlungen eintreten, könnten sich Struktur, Finanzierungsbedingungen und Managementmodell aber noch ändern.

Eine mögliche Transaktion müsste voraussichtlich vom PayPal-Verwaltungsrat und den Aktionären gebilligt werden. Hinzu kämen Prüfungen durch Wettbewerbs- und Finanzaufsichtsbehörden in den USA und in weiteren Ländern.

Quelle: https://www.reuters.com/business/finance/stripe-advent-offer-buy-paypal-more-than-53-billion-sources-say-2026-07-15/

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