Microsoft bereitet einen weiteren größeren Stellenabbau vor. Nach Angaben aus dem Unternehmen sollen 4.800 Arbeitsplätze wegfallen, was etwa 2,1 Prozent der weltweiten Belegschaft entspricht. Die Einschnitte betreffen demnach mehrere Geschäftsbereiche, mit einem Schwerpunkt auf Vertriebsfunktionen.
Besonders stark trifft es die Gaming-Sparte Xbox. In diesem Jahr sollen dort rund 1.600 Stellen gestrichen werden, im kommenden Jahr weitere 1.600. Auch bei den Spielestudios gibt es Veränderungen: Compulsion Games und Double Fine Productions sollen als unabhängige Unternehmen ausgegliedert werden. Ninja Theory und Undead Labs stehen dem Bericht zufolge vor einem Eigentümerwechsel mit neuer Finanzierung.
Von den Kürzungen sind zudem Beschäftigte im Cloud-Geschäft betroffen. Hinzu kommt, dass zuletzt bereits weitere Mitarbeiter das Unternehmen über ein freiwilliges Vorruhestandsprogramm verlassen haben. Dieses Angebot galt für rund sieben Prozent der US-Belegschaft.
In einer Mitteilung an die Mitarbeiter wies Personalchefin Amy Coleman einen direkten Zusammenhang zwischen den gestrichenen Stellen und dem Einsatz von KI zurück. Die heute wegfallenden Rollen würden nicht durch KI ersetzt, erklärte sie. Gleichzeitig betonte sie, dass KI die Art verändere, wie Arbeit erledigt wird.
Die Ankündigung kommt kurz vor den nächsten Quartalszahlen von Microsoft, die noch in diesem Monat erwartet werden. Im April hatte der Konzern für Azure einen Umsatz über den Analystenschätzungen in Aussicht gestellt, zugleich aber auf jährliche Investitionsausgaben von 190 Milliarden US-Dollar hingewiesen.
Ein Großteil dieser Rekordausgaben soll in KI-Infrastruktur fließen, darunter Rechenzentren, Chips und Speicher. Der Stellenabbau dürfte daher auch vor dem Hintergrund steigender Kosten und einer strategischen Neuausrichtung auf KI genau beobachtet werden.