Strategy, der größte börsennotierte Unternehmenshalter von Bitcoin, hat zwischen dem 29. Juni und dem 5. Juli 3.588 BTC für rund 216 Millionen US-Dollar verkauft. Laut einer am Montag veröffentlichten Mitteilung nutzte das Unternehmen die Erlöse, um Dividenden auf Vorzugsaktien zu zahlen und seine US-Dollar-Reserve aufzustocken.
Nach dem Verkauf hält das von Michael Saylor geführte Unternehmen noch 843.775 Bitcoin sowie eine Dollar-Reserve von 2,55 Milliarden US-Dollar. Die Bitcoin-Bestände liegen laut Unternehmen bei Anschaffungskosten von insgesamt 63,7 Milliarden Dollar, also bei rund 75.476 Dollar pro Coin. Da Bitcoin zuletzt eher in der Nähe von 60.000 Dollar gehandelt wurde, verbuchte Strategy im zweiten Quartal einen Verlust von 8,32 Milliarden Dollar auf digitale Vermögenswerte. Fast der gesamte Betrag ist allerdings nicht realisiert. Das klingt dramatisch und ist es auf dem Papier auch, solange niemand verkauft. Nun ja, außer ein bisschen eben doch.
Die Verkäufe stehen im Zusammenhang mit dem am 29. Juni vorgestellten „BTC Monetization Program“. Dieses Programm erlaubt es Strategy, Bitcoin im Umfang von bis zu 1,25 Milliarden Dollar zu veräußern. Nach Unternehmensangaben war diese Kapazität zum 5. Juli weiterhin vollständig verfügbar.
Gemessen am gesamten Bitcoin-Bestand war der jüngste Verkauf mit 0,42 Prozent zwar überschaubar. Trotzdem ist der Schritt bemerkenswert, weil Strategy jahrelang vor allem für eine ziemlich kompromisslose Kaufen-und-Halten-Strategie bekannt war. Inzwischen dient der Bestand nun auch als Quelle für Dividendenzahlungen und zur Stabilisierung der Liquidität. Auch Bitcoin-Maximalismus trifft offenbar irgendwann auf Cash-Management.
Parallel dazu hatte Strategy in der vergangenen Woche einen neuen Kapitalrahmen vorgestellt. Dieser sieht neben möglichen Bitcoin-Verkäufen auch Aktienrückkäufe im Volumen von 2 Milliarden Dollar vor. Zudem erhöhte das Unternehmen die jährliche Dividendenrendite für Stretch, kurz STRC, auf 12 Prozent und betonte, mit der erweiterten Dollar-Reserve genug Mittel für 26 Monate Dividendenzahlungen zu haben, wenn bei Bedarf zusätzlich Bitcoin eingesetzt wird.
An der Börse kamen die Nachrichten zunächst nicht gut an. Die Aktie von Strategy fiel im vorbörslichen Handel um 2 Prozent auf 98,88 Dollar und steuerte damit auf das Ende einer Serie von fünf Gewinntagen zu. Auf Monatssicht liegt das Papier damit rund 26 Prozent im Minus. Bitcoin selbst konnte im gleichen Zeitraum laut CoinGecko um 3,7 Prozent zulegen und notierte am Montag vor US-Handelsstart bei etwa 62.900 Dollar.
Michael Saylor hielt derweil an seiner gewohnt großen Erzählung fest. Am Sonntag bezeichnete er Bitcoin auf X als „Digital Energy“. Am Montag folgte die Prognose, dass nicht Änderungen am Bitcoin-Code die weitere Entwicklung am stärksten prägen würden, sondern tiefere Kapitalmärkte und ein Ausbau von digitalem Kredit. Das passt immerhin zur neuen Linie bei Strategy. Bitcoin ist dort nicht mehr nur Überzeugung, sondern zunehmend auch Finanzierungsmittel.