OpenAI führt ChatGPT Work ein und startet GPT-5.6

OpenAI führt ChatGPT Work ein und startet GPT-5.6

OpenAI hat ChatGPT Work angekündigt, einen neuen Agenten innerhalb von ChatGPT, der komplexe Arbeitsaufträge über längere Zeit selbstständig bearbeiten kann. Das System soll Informationen aus verschiedenen Apps und Workflows zusammenführen und daraus fertige Ergebnisse wie Tabellen, Präsentationen, Dokumente oder Web-Apps erstellen.

Nach Angaben des Unternehmens ist ChatGPT Work mit der Codex-Technologie ausgestattet und soll damit über klassische Frage-Antwort-Funktionen hinausgehen. Statt nur Inhalte zu liefern, kann das System Aufgaben in kleinere Schritte zerlegen und diese eigenständig abarbeiten. OpenAI sagt, dass Codex inzwischen von mehr als fünf Millionen Menschen pro Woche genutzt wird. Ursprünglich sei die Technik vor allem für Softwareentwicklung gedacht gewesen, inzwischen nutzten sie aber mehr als eine Million Menschen auch für Aufgaben außerhalb der Programmierung.

Angetrieben wird ChatGPT Work vom neuen Modell GPT-5.6, das ebenfalls ab heute ausgerollt wird. OpenAI beschreibt GPT-5.6 als neues Spitzenmodell für mehrstufiges Denken und für die Erstellung von Materialien, die sich an Vorlagen und Referenzdateien orientieren.

Laut OpenAI eignet sich ChatGPT Work für Aufgaben wie die Analyse von Budgetabweichungen zum Monatsende, die Erstellung eines Marketing-Briefings aus Quellmaterialien oder die Vorbereitung auf Verkaufsgespräche. Nutzer sollen den Fortschritt verfolgen, Rückfragen beantworten, Richtungen ändern und wichtige Aktionen freigeben können. Auch ganze Arbeitsabläufe lassen sich demnach mit einer einzigen Anfrage anstoßen, etwa wenn aus Kundenforschung zunächst ein Kampagnenbriefing und anschließend passendes Marketingmaterial für verschiedene Märkte entstehen soll.

Mit sogenannten Scheduled Tasks soll ChatGPT Work Projekte auch ohne direkte Anwesenheit der Nutzer voranbringen. OpenAI nennt als Beispiel die automatische Verarbeitung neuer Nachrichten aus Microsoft Teams und Slack zu aktualisierten Dokumenten oder Präsentationen, die anschließend mit dem Team geteilt werden.

OpenAI verweist zudem auf erste Tests mit Unternehmen wie Zapier, RingCentral, Virgin Atlantic und NVIDIA. Intern werde ChatGPT Work nach Unternehmensangaben inzwischen von fast allen Teams bei OpenAI genutzt, darunter Vertrieb und Finanzen. Im Vertrieb habe das System eine erste Bedarfsermittlung innerhalb von 24 Stunden in einen zugeschnittenen Proof of Concept verwandelt, ein Prozess, der sonst Wochen dauere. Im Finanzbereich soll ChatGPT Work Monatsabschlüsse und Forecasting von Tagen auf Stunden verkürzt haben, indem es Quelldaten findet, in Excel oder Google Sheets überträgt, abgleicht, Präsentationen erstellt und Ergebnisse prüft.

Beim Start wird ChatGPT Work auf Web und Mobilgeräten zunächst für die Tarife Pro, Enterprise und Edu bereitgestellt. Plus- und Business-Nutzer sollen in den kommenden Tagen folgen. In der ChatGPT-Desktop-App sind Chat, Work und Codex laut OpenAI auf allen Tarifen verfügbar, auch in der Gratisversion. Die Anwendung steht weltweit für Windows und Mac zum Download bereit.

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